Amateurfunk-Gemeinschaft ARGH e. V. leistete sich dicken Fauxpas
Während meiner diesjährigen Fahrradreise in 2023 – wieder ohne E! - in den vergangenen Monaten Juni/Juli (Bericht aus 2022 siehe FUNKAMATEUR Juni-Heft 2023) besuchte ich - zwecks schon langer zuvor abgesprochener Berichterstattung für den FA - auch das alljährliche Relaisfest auf dem Höchsten bei Illmensee. Dieses Fest findet stets eine Woche vor der HAM RADIO statt. Schon Jahre zuvor war das geplant, was aus technischen und zeitlichen Gründen während meiner Radtouren aber nie gelang, und in 2022 verunglückte, wie allgemein bekannt, der damalige erste Vorsitzende der Relaisgemeinschaft, Johann Berenbold, DL4GBD, bei der Abfahrt vom Höchsten zu seinem Home-QTH auf seinem Pedelec tödlich. Daraufhin bin ich – ich war, um pünktlich dort oben zu sein, schon zwei Nächte (!) auf dem Fahrrad durchgefahren - gar nicht mehr zum Höchsten hochgeradelt (siehe FA-Zwischenbericht). Ich kannte Johann sehr gut und war darüber sehr traurig.
Dieses Jahr jedoch sollte der Besuch des Relaisfestes (die Gemeinschaft hatte in 2023 übrigens das 25-jährige Bestehen), endlich gelingen, und der Vorstand hatte mich übrigens auch eingeladen. Dazu hatte ich extra meinen Frühjahrsaufenthalt in Kappel im Südschwarzwald stark verkürzt und mich mit OM Kai Pautsch, DK1TEO (den ich bereits 2022 in Illmensee kennengelernt hatte), abgesprochen, der mich während der Überfahrt vom Schwarzwald in Richtung Bodensee in Eigeltingen mit seinem Auto und Anhänger abholte. Ein nicht unerheblicher Aufwand.
Auf dem Höchsten wurde ich von Hans Schempp, DG8GAA, auch freundlich in Empfang genommen. Ich stellte auf dem Wiesengelände mein Kleinzelt auf und blieb auch bis zum Ende. Das ich mich nicht waschen konnte und mit Deodorant und Frischhaltetüchern behelfen musste, war echt nebensächlich. Ich machte Fotos, führte Interviews, nahm an allen Vorträgen teil (es gab auch einen von DK1TEO) und jegliche erdenkliche Mühe.
Nach dem Relaistreffen verbrachte ich noch einige Tage bei einem befreundeten Bauern auf dessen Hof bei Horgenzell und besuchte die HAM RADIO, wo ich ebenfalls wieder für den FUNKAMATEUR journalistisch tätig war. Nach der Messe fuhr ich wieder retour zum Camping Illmensee und erlebte eine dicke Überraschung. Von der Redaktion des FA bekam ich telefonisch mitgeteilt, dass man die ARGH von der Berichterstattung für den FA ausgeschlossen habe. Irgendwelche Leute bzw. Mitglieder hätten sich am Stand des FA auf der HAM RADIO über mich beschwert, „ich hätte nicht um Genehmigung für Fotoaufnahmen für den FA ersucht“. Zudem hätte ich mich als Redakteur ausgegeben (was nicht stimmt, ich hatte lediglich gesagt, dass ich für die FA-Redaktion arbeite). Natürlich blanker Unsinn, es ist doch wohl logisch, dass ein Berichterstatter auch Fotoaufnahmen macht, zudem war meine journalistische Tätigkeit schon Monate zuvor abgesprochen und auch erwünscht. Und: Warum hat man nicht gleich oben auf dem Relaisfest entsprechend angesprochen, wenn irgend etwas nicht Regel konform gewesen wäre?? Die FA-Redaktion jedenfalls reagierte mit einem süffisanten Lächeln und der Aussage, dass dies nun völlig daneben liege.
Zudem lag im Festzelt ein Blatt aus, „dass sich Besucher darauf einstellen müssten, dass Fotoaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit im Sinne des Vereins gemacht würden“. Was also sollte diese unsinnige Beschwerde? - Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass OM Kai Pautsch, DK1TEO, mit diesem Vorfall nichts zu tun hat!
Menschlich war ich von der ARGH tief enttäuscht. Nicht nur, dass ich schon Jahre zuvor einen erheblich zeitlichen Mehraufwand für meine Radreise einplanen musste (eine komplette Woche), es waren ja für mich auch zusätzliche Kosten. Zudem hatte ich mich riesig auf das Treffen gefreut, zumal mich der verunglückte Ex-Vorsitzende Johann Berenbold, DL4GBD, schon immer eingeladen hatte. Darüber hinaus hatte ich sogar ein gewisses Ehrgefühl und einige Hochachtung vor dem Fachwissen dieses Clubs. Warum man mich als 75-jährigen OM derart in die Pfanne haute, wo ich mir jede erdenkliche Mühe gegeben hat, ist schier unbegreiflich. Ich bin sicher, dass da irgendetwas nicht stimmt, denn hätte OM Johann Berenbold noch gelebt, wäre dies mit Sicherheit so nicht gelaufen. Auf ein entsprechendes Schreiben per E-Mail an den Vorstand der ARGH e. V. - das ich noch während dieser Radreise vom Illmensee aus abschickte - erhielt ich nie eine Antwort …